Personalkosten sind oft der größte Posten in der Gewinn- und Verlustrechnung, werden jedoch selten mit derselben Präzision geplant wie Umsatz oder Margen. In vielen Unternehmen laufen Personalplanung und Finanzplanung nach wie vor auf getrennten Gleisen. Die Personalabteilung ist für die Mitarbeiterzahlen zuständig, während die Finanzabteilung das Budget erstellt; beide Bereiche werden in der Regel erst in einer Tabellenkalkulation zusammengeführt – oft zu spät und durch manuellen Aufwand. Solange Personalplanung und Finanzplanung nicht integriert sind, werden Unternehmen weiterhin Daten nur übersetzen, anstatt sie für die Steuerung zu nutzen. Die Integration von Oracle HCM Cloud mit Oracle Cloud EPM schließt diese Lücke, indem operative Personaldaten direkt mit der Finanzplanung verknüpft werden und so eine gemeinsame Grundlage für die Entscheidungsfindung geschaffen wird.
Wie Oracle HCM Cloud und Oracle EPM zusammenarbeiten
Oracle HCM Cloud verwaltet alle Personalangelegenheiten, darunter Mitarbeiterdaten, Stellenbeschreibungen, Einstufungen, Vergütungsstrukturen und Organisationshierarchien. Die Lösung stellt sicher, dass diese Daten unternehmensweit korrekt, konform und konsistent bleiben.
Oracle Cloud EPM baut auf dieser Grundlage auf, indem es validierte Personaldaten nutzt und für die Planung nutzbar macht. Die Finanzabteilung kann zukunftsorientierte Annahmen direkt auf echte HR-Daten anwenden, wie z. B. leistungsbezogene Gehaltserhöhungen, Einstellungspläne, Bonuspools und Fluktuationsszenarien, während die vollständigen Personalkosten automatisch in der Gewinn- und Verlustrechnung, der Bilanz und der Kapitalflussrechnung berücksichtigt werden.
Durch diesen Ansatz entfallen manuelle Exporte, Versionsinkonsistenzen werden reduziert und der Abstimmungsaufwand am Monatsende entfällt, sodass sowohl die Personalabteilung als auch die Finanzabteilung auf denselben einheitlichen Datensatz zurückgreifen können.
Schnellere und präzisere Personalentscheidungen
Der Wert dieser Integration liegt nicht in technischen Aspekten, sondern zeigt sich in der Qualität der Entscheidungen und der Geschwindigkeit, mit der diese getroffen werden können.
Wenn die Finanzabteilung einen Einstellungsstopp oder eine Gehaltserhöhung von 3 % modelliert, werden diese Szenarien direkt mit den aktuellen Ist-Daten aus dem HCM-System verknüpft. Gleichzeitig werden Änderungen, die die Personalabteilung an der Einstufungsstruktur vornimmt oder durch die Einführung einer neuen Funktion, sofort in EPM übernommen, sodass beide Teams auf denselben Daten und Annahmen basieren.
Dadurch lassen sich Fehler, die bei der Personalplanung häufig auftreten, erheblich reduzieren, insbesondere solche, die durch die Verwendung veralteter oder inkonsistenter Daten verursacht werden.
Außerdem verändert dies den Charakter des Gesprächs und verlagert den Fokus weg von der Überprüfung von Zahlen hin zum Verständnis von Entscheidungen und deren finanziellen Auswirkungen.
Genau in diesem Bereich zeigt sich der wahre Wert einer integrierten Planung.
Was Sie beachten sollten
Die Integration funktioniert am besten, wenn die zugrunde liegenden Daten in HCM sauber und einheitlich strukturiert sind.
Wenn Stellenbeschreibungen oder Vergütungsbestandteile in den verschiedenen Geschäftsbereichen unterschiedlich gepflegt werden, zeigen sich diese Unstimmigkeiten in EPM. Während die technische Anbindung der Systeme relativ unkompliziert ist, unterschätzen Unternehmen häufig den Aufwand, der für die Einrichtung einer soliden Datenverwaltung im Vorfeld erforderlich ist.
Sobald diese Grundlage geschaffen ist, bietet die Kombination aus Oracle HCM und Oracle EPM Finanzteams eine Planungsumgebung, die auf der betrieblichen Realität basiert und eine strategischere Entscheidungsfindung unterstützt. Diese Kombination ist nach wie vor relativ selten und stellt für Unternehmen eine klare Chance dar, ihre Leistungsfähigkeit zu steigern.
